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BMBF
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Klima-Wandel im Umgang mit „Naturgefahren“

Messezentrum Salzburg, Saal Galerie D

12./13. Mrz 2014

Hintergrund Tag 1

Nach den Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC / „Weltklimarat“) gilt der Alpenraum als eine besonders klimasensitive Region, in der sich der Klimawandel frher und bedeutend strker als im globalen Mittel bemerkbar machen wird. Fr den Forschungsverbund „Alpine Naturgefahren im Klimawandel – Deutungsmuster und Handlungspraktiken vom 18.-21. Jahrhundert“ stehen jedoch nicht die klimawissenschaftlichen Bewertungen, sondern die sozialen Prozesse im Vordergrund, die den Klimawandel bereits heute in vielerlei Hinsicht konkret erfahrbar werden lassen. Aus klimawissenschaftlicher Sicht stellt der Klimawandel ein komplexes Phnomen dar, dessen lokale Auswirkungen mit einem hohen Ma wissenschaftlicher Ungewissheit und Unsicherheit verbunden und daher kaum zu prognostizieren sind. Nicht nur die kologie, sondern auch die verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren im Alpenraum werden demnach in besonderer Weise durch die prognostizierten klimatischen Vernderungen betroffen sein. In den Alpen treffen aber auch vielfltige Nutzungsinteressen seitens einer Vielzahl gesellschaftlicher Akteure zusammen. So beeinflussen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive klimabezogene Anpassungsmanahmen bereits heute die politische Agenda ebenso wie die sozialen Handlungspraktiken im Alltag der vor Ort lebenden Menschen, mit konkreten Auswirkungen auf die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Handlungsfelder und Sektoren.

Der Klimawandel beeinflusst als meteorologisches und gesellschaftliches Phnomen bereits heute unser Bild von der bislang als vom Menschen unbeeinflussbar geltenden Natur. Es verndert sich etwa unsere Vorstellung davon, inwieweit menschliche Handlungen mit der Umwelt verwoben sind. Es scheint nicht mehr so klar zu sein, wo die Trennlinie zwischen Gesellschaft und Natur verluft. Vielmehr scheint doch alles „irgendwie miteinander zusammenzuhngen“. Akademisch gesprochen: Der Erfahrungsraum fr die wechselseitigen Abhngigkeiten zwischen Gesellschaft und ihrer Natur an unterschiedlichsten Orten und zu verschiedenen Zeiten weitet sich. Einst fr nicht hinterfragbar gehaltene Ursache-Wirkungszusammenhnge erscheinen weniger klar und eindeutig, sondern zunehmend unscharf und mehrschichtig, was sowohl den Bereich der alltglichen Handlungen als auch den der Wissenschaften betrifft.

Der Forschungsverbund „ANiK“ untersuchte diese Vernderungen im Zugang zur und im Umgang mit der Natur drei Jahre lang in drei Forschungsregionen in sterreich, Deutschland und der Schweiz. Im Mittelpunkt stand dabei der Wandel im Umgang mit Naturgefahren. Ergebnisse dieser Forschungsarbeit werden am ersten Tag vorgestellt.

Hintergrund Tag 2

Die paradigmatische Ausgrenzung des Gegenstands „Natur“ beeinflusst noch heute die Forschung zur menschlichen Umwelt in den Sozialwissenschaften. Die gesellschaftliche Debatte scheint unterdessen die sozialwissenschaftliche Realitt zu berholen: Die Diskussion um den Klimawandel oder gar die Figur des „Anthropozns“ lassen eine neue ra des gesellschaftlichen Verhltnisses zur Natur erahnen – in den Naturwissenschaften, in der Politik, in den Massenmedien. Nach einer langen Phase der Zentrierung auf eine technokratische Unterwerfung „der Natur“ erscheint vor diesem Hintergrund auch die Frage nach einer Neuausrichtung des Verhltnisses zur eben keineswegs einheitlich verstandenen Natur wieder als bedeutsam.

Whrend die insgesamt unkontrollierbare menschliche Umwelt den Menschen schon immer herausforderte, rahmt nun der Klimawandel zumindest diskursiv diese Herausforderungen als „Naturgefahren“ neu. Es stellt sich die Frage, ob sich damit auch die gesellschaftlichen Vorstellungen von Natur weiter ausdifferenzieren und somit das dominante reduktionistische Verstndnis aufbricht.

Der Klimawandel ist allerdings nicht nur naturwissenschaftliches Phnomen, seine sozialen und kulturellen Interpretationen zeitigen gleichsam gesamtgesellschaftliche Konsequenzen. Demgem haben wir es nicht nur mit einem politischen Governance- und Gerechtigkeitsproblem zu tun, sondern es stellt sich ebenso die Frage nach der kulturellen Produktion und Verhandlung von Deutungen und der Vernderung von Handlungspraktiken im Umgang mit „Naturgefahren“ und den dabei entstehenden Chancen, Risiken und Lasten.

Auf der Tagung sollen die Wahrnehmung von Naturgefahren sowie die Konstruktion und Effekte des Klimawandels sowohl auf gesellschaftlicher Ebene untersucht, als auch seine Konsequenzen fr Individuen und Gemeinschaften genauer beleuchtet werden. Die Betrachtung der Aushandlungsprozesse auf unterschiedlich skalierten Ebenen soll dazu beitragen, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Naturgefahren durch Vernderungen des lebensweltlichen wie professionellen Wissens genauer zu ergrnden, die historischen Bedingtheiten herauszustellen und ein Schlaglicht auf die zuknftige Entwicklung des gesellschaftlichen Naturverhltnisses zu werfen.



Tagungsprogramm

Freie Universität Berlin - Institut für Ethnologie Technische Universität München - Lehrstuhl Wald- und Umweltpolitik Universität Göttingen - Seminar für mittlere und neuere Geschichte Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL - Wirtschafts- und Sozialwissenschaften